Retro Art
Bildinformationen:
240cm x 200cm, Öl auf Leinwand
Die Geschichte:
Ich nenne meine Kunstrichtung nicht umsonst Retro-Art, sondern weil ich mich ganz
bewusst auf die Tradition der klassischen Stilllebenmalerei berufe. Diese reicht zurück
bis etwa zu einem Francisco de Zurbarán, bei dem beispielsweise zuerst einmal nur Gefäße
zu sehen sind.
Dem Betrachter, der sich nicht die Mühe macht, nach der Symbolik dieser
Dinge zu fragen, wird sich die Welt des großen Zurbarán nicht erschließen. Wer die
Extrameile der Erkenntnis bereit ist zu gehen, der wird demgegenüber in dem augenscheinlich
so einfachen Bild den gesellschaftsanalytischen Hintergrund des damaligen Spanien erkennen
12 können, nämlich die himmelschreiende Armut weiter Teile der Bevölkerung im 17. Jahrhundert,
dem Jahrhundert Zurbaráns. Der Blick in jüngere Zeiten der Stilllebenmalerei ist ebenso
Epoche-bewusstmachend und Traditions-verstärkend.
Andy Warhol (1928 -1987)
"Campbell's Soup Can I", 1968
©Andy Warhol Foundation/ARS, New York/Trademarks, Campbell Soup Company, All rights reserved
Etwa die Suppendose des Andy Warhol wird
für die einen immer nur eine Suppendose bleiben, die man sich gern auf Grund der Farbigkeit
und der schieren Attraktivität des Kunstwerkes aufhängen möge. Ich freue mich mit jedem und
sicherlich auch mit Andy Warhol über jeden, der sich der Kunst gerade aus dieser rein
ästhetischen Perspektive nähert und sie in sein Leben integriert. Und doch freue ich mich
um so mehr mit jedem, der bereit ist, hinter der Suppendose des Andy Warhol eine Metapher
für die industrialisierte und konsumistische Gesellschaft zu erkennen. Denn darum geht es,
und genau diese Doppelgründigkeit macht auch das Werk eines Andy Warhol in diesem Sinne zu
einem bedeutenden Teil der Stilllebenmalerei.
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Ich sehe mich also mit meiner Retro-Art ganz bewusst in einer Linie dieser Meister. Was ich
dabei kombiniere, ist die Maltechnik der Klassiker mit dem, nennen wir es Modernen eines Warhol.
Meine Bilder tragen sowohl die malerische Vielschichtigkeit auch eines Willem Kalf in sich,
als auch das Plakative der Pop Art. Hinzu kommt, dass ich mich dem seriellen Aspekt der
Kunstproduktion, wie Warhol sie etabliert hat, nicht verschließe. Das Gegenteil ist der Fall.
Mein eigener Lebensweg vom PUMA-Designer hin zum Pinselartisten® der Retro-Art bringt mich
genau an diese Stelle. Und ich hoffe, damit beweisen zu können, dass es auch in der heutigen
Zeit Sinn macht, Stilllebenmalerei zu betreiben. Mein Bild zur Retro-Art ist so etwas wie die
kunsthistorische Klammer und eigene Einordnung meiner Kunst. Es zeigt die historischen Gefäße
eines Zurbarán und die Suppendose des Andy Warhol in einem Werk. Umrahmt von zwei Epochen:
Dem barocken Rahmen der alten Meister und dem modernen Teil des Jetzt und Hier. Beide sind
für mich komplementär. Kein Widerspruch, sondern in einer Linie.
Aus diesem positiven Spannungsbogen resultiert im Übrigen auch meine Verwendung der schweren,
barocken Rahmen um meine inhaltlich und farblich modernen Gemälde. Und die Modernität erhält
eine weitere Dimension: in der von den in Öl gemalten Originale abweichenden Farbigkeit meiner
Drucke. Sie passen sich in ihren Tönen den verschiedenen Lebenswelten der Menschen an. Als
Angebot, in ihre Lebenswelt integriert zu werden. Darin sehe ich einen Beitrag zur Demokratisierung
der Kunst: Nicht nur die Originale im Museum sondern auch die Reproduktionen enthalten schließlich
die tiefgründige Aussage des Künstlers. Die qualitativen und preislichen Staffelungen machen sie
darüber hinaus für jeden interessant.
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